Geistliche Gedanken in besonderen Zeiten – Nr. 39

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

Dem Vergangenen Dank –

dem Kommenden Ja!

Ich mag diesen kurzen Ausspruch von Dag Hammarskjöld. Das liegt schon daran, dass mich der ehemalige Uno-Generalsekretär beeindruckt: Erst nach seinem gewaltsamen Tod hat man die Tiefendimension seines Glaubens ganz erkannt; in seinen tagebuchartigen Aufzeichnungen kommt etwas von seinem Gottvertrauen und einer gläubigen Existenz unter den Bedingungen der Gegenwart und seiner oft schweren Missionen zum Ausdruck. Er ist geradezu ein Mystiker unserer Zeit.
Die zwei knappen Zeilen bringen Rückblick und Ausblick und (s)eine gläubige Haltung zu beidem in eine prägnante Formel.

Passt diese aber auch zu dem anstehenden Jahreswechsel?
Wenn überhaupt, so möchte man es doch eigentlich lieber umdrehen:  Dem Vergangenen Ja …wenn es denn so sein musste, dieses Jahr, wo Corona uns so im Griff hatte und so vieles Gewünschte unmöglich machte und Pläne zerstörte und Leid brachte, dann wollen wir bereit sein, auch dazu im Glauben Ja zu sagen. Und dann doch gern: dem Kommenden Dank! … Ganz viel Hoffnung liegt auf dem neuen Jahr, dass es viel Vermisstes zurückbringe, Normalität, Sicherheit. Allem voran der Impfstoff nährt diese Hoffnung; ihm gilt der Dank vorab.

Den Ausspruch umzukehren, ist sicher auch nicht verkehrt.  Und doch mag ich gern auch bei dem Wunsch für Sie, für unsere Pfarrei im Übergang zum Jahr 2021 bei Hammarskjölds Formel bleiben: Danken wir Gott für all die Erfahrungen, die 2020 brachte,  dafür dass wir bewahrt blieben und für alles, wo wir erfahren durften, getragen zu sein!
Und sagen wir Ja zu all dem, was 2021 bringen wird, nicht nur da, wo es unsere Erwartungen erfüllt, sondern in allem, was auch unplanbar, überraschend und anders auf uns zukommt!
 

Möge auf allem Gottes Segen liegen

für uns, für unsere Pfarrei, für unsere Welt!

Ihr Pfarrer Thomas Köster

Pastor Thomas Köstern